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Was wäre "Die Gefährten" ohne Gandalf!

Was wäre “Die Gefährten” ohne Gandalf!

Heute vor 60 Jahren wurde einer der schönsten Romane überhaupt veröffentlicht – oder zumindest ein Teil davon: Tolkien “Die Gefährten”, der erste Teil des Mammutwerks “Der Herr der Ringe”, der damals aus Kostengründen nur in drei einzelnen Veröffentlichungen erscheinen konnte. Deshalb spricht man bis heute fälschlicherweise oft von einer Trilogie. Deutsche Tolkien-Fans mussten gar bis 1969 warten, bis sie das Buch auf Deutsch lesen konnten. Aus heutiger Sicht in einer globalisierten Welt, in der Filme und Bücher nahezu zeitgleich auf den Markt kommen, ist diese lange Wartezeit kaum zu glauben. Zum heutigen Festtag haben viele Aktive aus der Deutschen Tolkien Gesellschaft ihre Gedanken zum Jubiläum niedergeschrieben, darunter auch unser AG-Leiter Julian Eilmann. Hier ist seine Verneigung vor diesem großen literarischen Werk:

Die vermeintliche literarische Eintagsfliege: Zum 60. Geburtstag des „Herrn der Ringe“

„Der Herr der Ringe“ ist bekanntlich der Klassiker der modernen Fantasy schlechthin und es spricht nichts dafür, dass dies nicht auf absehbare Zeit so bleiben wird. In den letzten zehn Jahren hat Peter Jacksons erfolgreiche Hollywood-Adaption viel Aufmerksamkeit auf Tolkiens Werk geworfen, aber angesichts der filmischen Bildermacht verliert man manchmal den Blick für das Wesentliche – und dies ist für Tolkienisten eben die wunderbare Erzählung von Frodos Odyssee zum Schicksalsberg. Der 60. „Geburtstag“ dieses großen literarischen Klassiker bietet eine gute Gelegenheit dazu, sich abseits des Filmhypes und mit Muße noch einmal ganz persönlich von dieser außerordentlichen Geschichte gefangen nehmen zu lassen, alte Leseerfahrungen aufleben zu lassen und dabei Neues zu entdecken, das man bei der ersten, zweiten oder auch dritten Lektüre dieses unerschöpflichen Werkes übersehen hat. Ein echter Klassiker wird niemals alt, er bleibt für neue und alte Leser frisch und regt zu immer neuen Auseinandersetzungen heraus. Wer würde behaupten wollen, dass Meisterwerke wie Shakespeares „Hamlet“ oder Goethes „Faust“ je Staub angesetzt hätten und uns Heutige nichts mehr angingen? Tolkiens Fantasyklassiker hat in den nunmehr 60 Jahren seines Erscheinens die Herausforderung gemeistert, all jene Kritiker verstummen zu lassen, die dem Roman als vermeintliches infantiles Leichtgewicht nur ein kurzes Leben vorausgesagt haben. Eine solche literarische Eintagsfliege ist der „Herr der Ringe“ nie gewesen. Im Gegenteil, er begeistert immer neue Lesergenerationen. Als Lehrer von Deutschlands einziger Tolkien-AG, sehe ich mit großer Freude, wie 12-Jährige den „Herrn der Ring“ mit genauso viel Begeisterung verschlingen, wie ich dies damals getan habe. In diesem Sinne wünsche ich alle allen jungen und alten Lesern viel Freude mit einem der schönsten Bücher der Welt!
Julian Eilmann
 

Weitere Kommentare von Tolkien-Fans findet ihr hier.

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